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WILLIAM KLEIN
FOTOGRAFIEN. NEW YORK 1954-55 − IN & OUT OF FASHION − SEQUENCES − PAINTED CONTACTS


16. MAI BIS 17. AUGUST 1997


Der 1928 in New York geborene und seit 1948 in Paris lebende Amerikaner William Klein zählt zu den profiliertesten Fotografen von heute. Die Titel seiner Fotobücher wie „New York 1954-55", „Rom", 1958, „Moskau", 1964, „In & Out of Fashion", 1986, „Close Up", 1989 und andere mehr sind zu festen Bestandteilen der Nachkriegsgeschichte der internationalen Fotografie geworden. Einen bedeutenden Anteil des Werkes von William Klein bilden seine Filme. Beginnend mit „Broadway by Light", 1958 über „Muhammad Ali, the Greatest", 1974 bis zu den neuesten Streifen der 90er Jahre läßt sich das Interesse des Fotografen und Filmemachers Klein an engagierten und unkonventionellen Aussagen zum Zeitgeschehen verfolgen.

Die Ausstellung in den Deichtorhallen wird zum ersten Mal in Deutschland eine breite Auswahl aus allen thematischen Bereichen des Oeuvres von William Klein zeigen: „New York 1954-55", „In & Out of Fashion", „Sequences" und „Painted Contacts" werden in Werkgruppen präsentiert.

Nicht der retrospektive, sondern der aktuelle Aspekt steht dabei im Vordergrund. Kleins Fotos sind in der letzten Zeit zur Inspirationsquelle vieler junger Fotografen geworden, ein untrügliches Zeichen für die Frische vieler Aufnahmen des „Amerikaners in Paris".

Das Besondere der Fotografie von William Klein ist ihre Direktheit. Im Unterschied zu der technisch perfekten, ästhetisch ausgerichteten Fotografie der 50er Jahre, wie sie z. B. die Zeitschrift LIFE repräsentierte, entwickelte Klein einen persönlichen, kontrastreichen Stil, der sich gleichermaßen an den Filmen von Djiga Wertov wie an den Banalitäten des Boulevardjournalismus orientierte.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung gibt der Stern ein Portfolio mit einer umfassenden Auswahl der Fotoarbeiten von William Klein heraus. Das Portfolio wird an die Presse abgegeben.

„Kleins Bilder haben die gewohnte Sichtweise der Fotografie in den 50er Jahren schockartig angegriffen. Als Autodidakt von den Normierungen einer fotografischen Ausbildung wenig belastet, gelang Klein mit seinen Bildern die Überwindung tradierter formaler Beschränkungen - vor dem Hintergrund einer dokumentarisch-berichtenden Fotografie vermittelt er damit auch neue Inhalte. Klein kehrte die Verhältnisse des fotografischen Prozesses um, indem er die Sicht durch die Kamera nicht als Reduktion des Blickfeldes, sondern als neue kreative Möglichkeit begriff" (Georg Herpertz).