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LOUISE BOURGEOIS – DER ORT DES GEDÄCHTNISSES. WERKE 1946-1995


18. JANUAR BIS 17. MÄRZ 1995

 

Vom 18. Januar bis 17. März 1996 gibt die Ausstellung "Ort des Gedächtnisses" in den Deichtorhallen in Hamburg einen Überblick über das Schaffen der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois.

Als einzige deutsche Station zeigen die Deichtorhallen die um wesentliche Werke erweiterte, retrospektiv angelegte Ausstellung der ursprünglich vom Brooklyn Museum New York zusammengestellten Schau. Rund 50 skulpturale, teilweise großformatige Arbeiten und 27 Zeichnungen von 1946 bis 1995 werden zu sehen sein.

Als Sponsor für diese Ausstellung konnten die Deichtorhallen die Philip Morris Kunstförderung gewinnen. Die Philip Morris Kunstförderung fördert in Deutschland seit den 70er Jahren die "moderne" Skulptur und setzt mit der Unterstützung der Ausstellung von Louise Bourgeois ihr Engagement, nachdem in diesem Jahr bereits der deutsche Beitrag auf der Venedig Biennale unterstützt wurde, auch im internationalen Rahmen konsequent fort.

Wie kaum eine andere Künstlerin ihrer Generation ist Louise Bourgeois seit den 80er Jahren in der internationalen Kunstszene präsent. Die 1982 vom Museum of Modern Art in New York veranstaltete Retrospektive bedeutet den Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk der bis dahin kaum bekannten Außenseiterin.

In Frankreich geboren und aufgewachsen, verlässt Louise Bourgeois 1939 ihre Heimat, um definitiv in New York zu bleiben. Dort entstehen in den 40er Jahren ihre ersten Skulpturen und Zeichnungen. Schon in diesen frühen Arbeiten treten zentrale Aspekte ihres Werkes hervor: die Körperlichkeit und der psychologische Gehalt. Außerdem enthalten diese Skulpturen starke erotische Konnotationen, die auch für das Spätwerk charakteristisch bleiben.

In den 70er Jahren entdeckt sie für sich Materialien wie Gummi, Glas, Metall und Marmor und wird zu einer Vorreiterin der "New Sculpture".

Zum Körper gehört der Raum. Aus diesem elementaren Bezug heraus haben sich seit den 70er Jahren allmählich neue skulpturelle Formen entwickelt: "Noren" und "Zellen". In diesen raumbezogenen Gebilden fasst Louise Bourgois ihr bisheriges Werk zusammen. Fundstücke und Zitate aus ihrem eigenen Werk werden in "Zellen" zu erinnerungsschweren Installationen mit deutlichen autobiographischen Zügen vereint.


Anlässlich der Ausstellung erscheint im Januar 1996 ein deutschsprachiger Katalog in der Editions de la Tempete, Paris.