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ETTORE SOTTSASS – ADESSO PERSO (JETZT ABER)

3. SEPTEMBER BIS 24. OKTOBER 1993

 
Wie kaum ein anderer Designer und Architekt seiner Generation hat der 1917 in Innsbruck geborene und in Turin aufgewachsene Ettore Sottsass jr. (sein gleichnamiger Vater war ein Architekt) die Entwicklung des internationalen Design beeinflusst. Spätestens seit dem Beginn der 60er Jahre steht sein Name für eine neue, undogmatische Auffassung des Design, die sich von der Tradition des reinen Funktionalismus abwendet, um eine individuelle, einfallsreiche und dekorative Formensprache zu entwickeln.

Nach dem Studium der Architektur am Polytechnikum in Turin in den Jahren 1934-39 widmete sich Sottsass behutsam dem handwerklichen Design. Im Krieg wurde er zum Militärdienst eingezogen. Die Heirat mit Nanda Pivano, einer italienischen Kritikerin und Übersetzerin führte ihn 1949 in die Vereinigten Staaten, wo er mit dem Umkreis der "Beat Generation" seine Bekanntschaft machte. Seit dem Ende der 50er Jahre datiert Sottsass' Zusammenarbeit mit der Industrie, besonders mit der Firma Olivetti. Die 1969 für Olivetti entworfene, tragbare Schreibmaschine "Valentine" ist ein Beispiel der wohltuenden Verbindung von Funktionalität und zeitgemäßem, individuellen Entwurf.

Mit Sottsass Namen eng verknüpft sind seit den 70er und 80er Jahren die drei Begriffe "ALCHIMIA", "MEMPHIS" und "SOTTSASS ASSOCIATI", die eine unverwechselbare Position innerhalb der Designgeschichte der letzten Zeit einnehmen.

Die Hamburger Ausstellung zeigt zum ersten Mal in Deutschland eine umfangreiche Auswahl von Entwürfen, die seit ca. 1975 im Material realisiert wurden, darunter Möbel, Glas, Keramik, Architekturentwürfe und Industrieprodukte. Begleitet werden die Entwürfe von über 120 Zeichnungen, die es erlauben, den Entstehungsprozess von Objekten nachzuvollziehen.

Zur Ausstellung in Hamburg erscheint eine zweibändige Publikation bei Cantz in Stuttgart.