ARCHIV
 

STANDPUNKTE DER MODERNE – VON PICASSO BIS CLEMENTE

12. DEZEMBER 1991 BIS 16. FEBRUAR 1992



ZUR GESCHICHTE DER EMANUEL HOFFMANN-STIFTUNG

1927 Emanuel Hoffmann und seine Frau Maja, geborene Stehlin, beginnen in Brüssel Kunst zu sammeln. Es handelt sich vorwiegend um belgische und flämische Expressionisten wie van den Berghe, Permeke und de Smet. Maja Hoffmann-Stehlin erwirbt das erste kubistische Bild, Picassos "Mademoiselle Leonie".

1931 Emanuel Hoffmann wird zum Präsident des Basler Kunstvereins gewählt.

1932 Emanuel Hoffmann stirbt erst sechsunddreißigjährig an den Folgen eines Autounfalls.

1933 Gründung der Emanuel Hoffmann-Stiftung durch Maja Stehlin in Andenken an ihren verstorbenen Mann. Zweck der Stiftung ist, "Werke von Künstlern zu kaufen, die sich neuer, in die Zukunft weisender, von der jeweiligen Gegenwart noch nicht allgemein verstandener Ausdrucks mittel bedienen, (...)". Dies geschieht aus den Zinsen des Stiftungskapitals, das 300.000 Franken umfasst. Die so erworbenen Werke sollen der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Stiftung wird aus diesem Grund vorerst dem Basler Kunstverein angegliedert. Als erstes Werk wird das Bild "Le chemineau" von Gromaire angekauft.

1934 Heirat von Maja Stehlin mit dem Dirigenten Paul Sacher.

1935 Ankauf von drei Klees, eines de Vlaminck und eines Braque.

1936/ 1937 Ankauf umfangreicher konstruktivistischer Werkgruppen, u.a. Moholy-Nagy, van Doesburg und Mondrian. Erste Ausstellung der Sammlungsbestände in der Basler Kunsthalle.

1939 Die Bestände der Sammlung werden ohne Kenntnis der Stiftung vom Kunstverein eingelagert. Wenig später wird sie von der Stiftung in die Innerschweiz evakuiert.

1940 Trennung vom Kunstverein. Die Stiftungsurkunde bekommt eine neue Fassung: Die Sammlung der Stiftung geht als Depositum in die Kunsthalle Basel.

1942/1943 Ankauf eines Vantongerloo und eines Delaunay auf Rat von Hans Arp; mit dem Maja Sacher lebenslang befreundet war.

Ankauf von Picassos "Verre, bouteille et paquet de tabac" und Dalis "Perspectives".

1946 Übergabe von neun Werken des flämischen Expressionismus aus der ersten Sammlungsphase durch Maja Sacher.

1948 Ankauf eines Mobiles von Alexander Calder. So gelangt zum ersten Mal ein Werk eines amerikanischen Nachkriegskünstlers in ein europäisches Museum.

1950 Ankauf von drei Giacomettis.

1953 Ankauf von de Chiricos "L'énigme de la fatalité" aus Anlass des zwanzigjährigem Bestehen der Sammlung.

1959 Die Stiftung erhält eine Zuwendung von der Firma F. Hoffmann-La Roche in Höhe von 400.000 Franken. Die Stiftungsurkunde wird dahingehend geändert, dass fortan "in besonderen Ausnahmefällen" Ankäufe auch aus dem Stiftungskapital bezahlt werden dürfen. Des weiteren wird die Mitgliederzahl des Stiftungsrates von fünf auf "fünf bis sieben" erhöht. Als neues Mitglied wird die Tochter der Stifterin, Vera Oeri-Hoffmann aufgenommen.

1969/1970  Die Stiftung veranstaltet eine Beuys-Ausstellung aus der Ströher-Sammlung. Es werden acht kleinere Objekte und der "Schneefall" von Beuys angekauft.

1971 Die Firma F. Hoffmann-La Roche überreicht der Stiftung anlässlich ihres Firmenjubiläums eine halbe Million Franken.

Erwerb des ersten Künstlerfilms von Walter de Maria. In den folgenden Jahren werden regelmäßig Film- und Videovorführungen durch die Stiftung finanziert.

1973 Ankauf von diversen Zeichnungen, Objekten und des "Corridor with a Parallax" von Nauman.

1975 Die Emanuel Hoffmann-Stiftung schenkt der Christoph Merian-Stiftung einen Beitrag in Höhe der Baukosten für das neue Museum der Gegenwart, dafür übernimmt die Christoph Merian-Stiftung die Betriebskosten.

1977/1978 Der Stiftungsrat wird auf "fünf oder mehr" erweitert.

Pontus Hulten, der Direktor des Centre Pompidou in Paris und die beiden Enkelinnen der Stifterinnen Maja Hoffmann und Maja Oeri treten dem Stiftungsrat bei.

1979 Maja Sacher tritt das Präsidium der Stiftung an ihre Tochter Vera Oeri-Hoffmann ab.

1980 Das neue Museum am St. Alban Graben wird zum 84. Geburtstag von Maja Sacher mit einer Gesamtpräsentation der Stiftung eröffnet.

1989 Maja Sacher stirbt mit 93 Jahren.

1991 Die Sammlung wird erstmalig außerhalb der Schweiz in den Deichtorhallen, Hamburg gezeigt.

Die Sammlung umfasst mittlerweile 322 Werke.

Katalog zur Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung Basel, Vorwort von Christian Geelhaar, Texte von Katharina Steib u.a., Basel 1991, 360 S., über 700 Abb., teils farbig, teils s/w