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Archeology of Elegance. 1980 - 2000. 20 Jahre Modephotographie.

26.04.2002 bis 08.09.2002

In der Ausstellung "Archeology of Elegance" werden die unterschiedlichen Positionen der Modephotographie, wie sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt haben, anhand von hervorragenden Beispielen vorgestellt. Rund 150 Bilder von 64 internationalen Photographen sind in der Ausstellung vertreten, deren Weltpremiere in den Deichtorhallen Hamburg stattfindet.

Nick Knight, Dolls, 1998

Seitdem der legendäre Baron Adolphe de Mayer in Paris um 1910 seine ersten Modeaufnahmen für VOGUE schuf und somit zum Pionier eines neuen Genres wurde, entwickelte sich zwischen den beiden Bereichen des gesellschaftlichen Lebens - Mode und Photographie - ein permanenter, wechselhafter Dialog. Die wachsende Zahl von Modezeitschriften, in welchen oft auch namhafte Photographen und Photographinnen wie Man Ray oder Yva ihre Auftragsarbeiten publizierten, verwandelte sich allmählich in eine Art Speicher der Kulturarchäologie, der für uns heute von besonderem Interesse ist. Nicht die Modekreationen alleine, sondern die Art und Weise, wie die Aufnahmen gemacht sind, deren stilistischer und formaler Aspekt, treten dabei in den Vordergrund. Von dem Moment an, als die Grenzen zwischen der künstlerischen und kommerziellen Photographie sich aufzulösen begannen, indem die individuelle Sicht des Photographen den Werbezweck seines Produktes zugleich unterwanderte und erweiterte, öffneten sich für die Modephotographie neue Spielräume. Die im Auftrage der Mode- und Kosmetikindustrie entstandenen Aufnahmen vermochten sich als eine eigenständige Ausdrucksform zu etablieren und einen festen Platz in der Hierarchie der photographischen Gattungen zu erobern.

 

So wie die heutige Mode sich immer mehr dem Verlangen nach Individualität und Fantasie unterordnet und auch den Körper als Träger subjektiver Wünsche nach Selbstdarstellung benutzt, verfolgt die Photographie individuelle Wege, um der Vielfalt der Modeerscheinungen gerecht zu werden. Dabei spielen die zahlreichen Life-Style-Magazine als weitverbreitetes Medium eine beachtliche Rolle.

 

Nicht nur Haute Couture sondern Pop, Jugendkultur und der Drang nach Einmaligkeit der Kleidung als Form des persönlichen Mythos werden in den Modephotographien anvisiert und in artifiziellen, teilweise mit Computer bearbeiteten Aufnahmen festgehalten. In der Ambivalenz der Mode, in deren Flüchtigkeit und Zeitgebundenheit lassen sich Bilder finden, die zweifellos etwas Überzeitliches, weil in sich Schöpferisches haben: Archäologie des Glamours als Spiegel der Kreativität.

 

(Aus dem Text von Zdenek Felix)

Die von Marion de Beaupré, Stéphane Baumet und Ulf Poschardt konzipierte Ausstellung kommt in enger Zusammenarbeit der Deichtorhallen mit MdB Productions Paris zustande.

 

Eine weltweite Ausstellungstournee startet in den Deichtorhallen Hamburg, die über mehrere Kontinente (Europa, USA, Japan) geplant ist.

Modenschau am 20. August 2002

Im Rahmen der bis zum 8.9.2002 verlängerten Ausstellung findet am 20.8.2002 in den Deichtorhallen eine Modenschau statt. Dabei soll die aus ca. 150 Bildern internationaler Photographen und Photographinnen bestehende Übersicht der zeitgenössischen Modephotographie in Dialog zu “realen” Kreationen von heute treten.

Vom 3.- 5. Mai 2002 findet parallel zur Ausstellung in den Deichtorhallen ein Symposium unter dem Titel „Mode-Kunst, Mode-Lust, Mode-Zeit“ an der Universität Hamburg (Institut für Romanistik/Prof. Dr. Barbara Vinken) statt. Internationale Referenten, u.a. einer der Kuratoren der Ausstellung „Archeology of Elegance“, Ulf Poschardt, erörtern die Synergien zwischen Kunst und Mode wie auch andere Themen.

Kinderprogramm:

Offene Werkstatt “Cool Couture“

am 4.5./1.6./29.6./13.7./27.7./10.8./24.8., 15 – 16.30 Uhr

Künstlerliste:

Miles Aldridge, Thierry van Biesen, Anuschka Blommers & Niels Schumm, Mark Borthwick, Guy Bourdin, Elaine Constantine, Patrick Demarchelier, 2A, Dino Dinco, Sean Ellis, Jérôme Esch, Andrea Giacobbe, Nathaniel Goldberg, Alexei Hay, Steve Hiett, Dominique Issermann, Seb Janiak, Jean-Pierre Khazem, Steven Klein, Nick Knight, David LaChapelle, Inez van Lamsweerde & Vinoodh Matadin, Félix Larher, Mark Lebon, Thierry Le Gouès, Jean-François Lepage, Peter Lindbergh, Serge Lutens, Ali Mahdavi, Robert Mapplethorpe, Toby Mc Farlan Pond, Guido Mocafico, Jean-Baptiste Mondino, Sarah Moon, Jamie Morgan, Marcus Piggott & Mert Alas, Bettina Rheims, Terry Richardson, Herb Ritts, Paolo Roversi, Laurence Sackman, Norbert Schoerner, Stéphane Sednaoui, David Seidner, Taryn Simon, Raf Simons & David Sims, David Sims, Davide Sorrenti, Mario Sorrenti, Vanina Sorrenti, Sølve Sundsbø, Juergen Teller, Ellen von Unwerth, Max Vadukul, Javier Vallhonrat, Camille Vivier, Matthias Vriens, Pierre Winther, James Wojcik

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Die Ausstellung findet im Rahmen der 2. Triennale der Photographie Hamburg statt.

Die Ausstellung läßt sich insofern unter das Motto der 2. Triennale „reality check“ stellen, als sie die verschiedenen Ansätze im Verhältnis von Photo und Wirklichkeit, Abbild und Illusion exemplarisch untersucht.

Katalog:

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Buch im Schirmer/Mosel-Verlag mit ca. 360 Seiten.

Autoren: Ulf Poschardt, Marion de Beaupré, Stéphane Baumet; Vorwort: Zdenek Felix

Preis: 32.- euro in der Ausstellung (Buchhandelsausgabe 78.- euro)