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Manga - Die Welt der japanischen Comics

TERADA Katsuya (*1967). Shun Di, Virtua Fighter 2 Ten Stories, Ascii/Aspect, 1997

8. November 2002 bis 5. Januar 2003

 

In einer Auswahl von 25 bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern werden Beispiele aus der faszinierenden Welt der japanischen Comics, MANGA genannt, vom 8.11.2002 bis 5.1.2003 in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert. Manga stellen längst nicht nur ein japanisches Phänomen dar. Die Helden der Geschichten werden weltweit erfolgreich als Kultfiguren in Zeichentrickfilmen und Computerspielen vermarktet. Auch spiegelt sich die Ästhetik der Zeichnungen in zeitgenössischem Design von der Grafik bis zur Mode wider.

 

Die Manga-Ausstellung bildet den Auftakt zu einem Japan-Schwerpunkt in den Deichtorhallen Hamburg zwischen November 2002 und Anfang Mai 2003. Ihr folgt eine umfangreiche Ausstellung mit japanischer Keramik und zeitgenössischer Fotografie ab dem 31. Januar 2003.

 

Als Spiegel der modernen japanischen Gesellschaft haben sich die Manga zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kultur entwickelt. Manga-Publikationen, d. h. Manga in Form von Zeitschriften oder Büchern machen in Japan 40 % der gesamten Druckerzeugnisse und 24 % derer Verkaufserträge aus. Es gibt Manga für jede Generation und zu (fast) jedem Thema. So werden für spezielle Berufsgruppen wie Manager, Hausfrauen und Sportler eigene Manga angeboten. Die Themenvielfalt reicht dabei von historischen Epen über Alltagsgeschichten bis hin zu Science Fiction.

 

Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden sogenannte Kurzmanga, die in ihrer weiten Verbreitung und ihrem besonderen Sprachstil auch den eigenen kulturellen Hintergrund beleuchten. Die ausgewählten 25 Autoren geben einen Überblick über verschiedene Traditionen und Einflüsse, Zeichen- und Erzählstile der japanischen Manga.

 

Manga speisen sich aus einer langen visuellen Tradition, angefangen bei den emakimonos (Malereien auf Querrollen, die es erlauben, Szene für Szene zu entrollen) mit ihrer Blütezeit im 12. Jahrhundert bis zu den kibyôshi (Bücher im “gelben Buchdeckel”) der Edo-Zeit (1600-1868) mit ihrem volkstümlichen oder komischen Inhalt. Das ursprüngliche Wort “Man-Ga” prägte im 19. Jahrhundert der Holzschnitt-Meister Hokusai. Es läßt sich frei mit “witzige gezeichnete Bilder” übersetzen.

 

Die Kombination aus Wort und Bild, wie man sie in den Manga findet, ist der japanischen Lesetradition sehr nahe, die durch eine Mischung aus Bildsymbolen und phonetischen Buchstabenzeichen geprägt ist. Vergleicht man die japanischen Manga mit den mehr zeichnerisch orientierten Comics aus Europa und Amerika, fällt als großes Charakteristikum auf, dass die Handlung im Zentrum steht und sich die Bilder an den Zeichen orientieren. Aus diesem Grund ist das „Lesen“ zum Verständnis der japanischen Manga sehr wichtig. Der „Reiz der Handlung“ oder die „Vielfältigkeit der behandelten Themen“ werden in einer Auswahl von 25 repräsentativen Künstlern gezeigt. Ihre etwa 16 Seiten umfassenden Werke lassen sich in acht verschiedene Genres einordnen. Indem die Besucher dazu angeleitet werden, die Ausstellung tatsächlich zu „lesen“, hoffen wir das Verständnis der japanischen Manga zu vertiefen.