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Arne Jacobsen - Absolut modern

Die Sessel „Ei“ und „Schwan“ / Ægget og Svanen /The Egg and the Swan chair (1958)

23.05.2003 - 14.09.2003

Fast jeder hat schon mal auf einem zeitlos modernen Arne Jacobsen Stuhl gesessen - seine Sessel Ei und Schwan gelten als Inbegriff der formvollendeten Sitzgelegenheit und genießen Kultstatus: Arne Jacobsen ist nicht nur der bekannteste Designer Dänemarks, sondern auch ein einflußreicher Architekt, der es verstand, die funktionale Sachlichkeit der Moderne mit den organischen Formen der Natur zu vereinen.

Anläßlich des 100. Geburtstags wurde eine umfassende Ausstellung zum Gesamtwerk Arne Jacobsens zusammengestellt, die nach dem überwältigenden Erfolg im Louisiana Museum, Humlebæk, ab dem 23. Mai 2003 in den Deichtorhallen Hamburg gleichsam als zentraler Beitrag zum Hamburger Architektursommer zu sehen ist.

Einen nicht geringen Teil seiner Popularität verdankt das Werk von Arne Jacobsen den Sitzmöbeln, deren Entwürfen und Produktion sich der Architekt seit den 50er Jahren beharrlich widmete. Allein von den Stühlen Ameise und 3107 wurden seit dem Beginn der 50er Jahre mehr als sechs Millionen Exemplare hergestellt. Gemeinsam mit den Möbeln bildeten auch die Gartengestaltung, Lichtquellen, Lampen, das Textil und Glas wichtige Bestandteile der Idee von "Architektur als Gesamtkunstwerk", die Jacobsen sein Leben lang beschäftigte. Die Designentwicklungen werden innerhalb der Ausstellung im historischen Kontext der architektonischen Projekte vorgestellt, für deren Zweck sie entworfen wurden. So werden beispielsweise neben den Architekturskizzen des SAS Hotels in Kopenhagen auch der legendäre Raum 606 des Hotels in seinen ursprünglichen Dimensionen mit der originalen Ausstattung nachgebaut.

Verglichen mit seiner Möbelproduktion erscheint das architektonische Werk von Arne Jacobsen auf den ersten Blick weniger spektakulär. In Wirklichkeit ist es nicht nur für Dänemark und Skandinavien kaum minder anregend. Beeinflußt durch den Neoklassizismus der 20er und 30er Jahre baute Jacobsen nach dem Abschluß seiner Architekturstudien in Kopenhagen im Jahr 1927 Privathäuser, Villen und Siedlungen mit Rathäusern, die heute zu den Pionierleistungen der skandinavischen Moderne vor dem 2. Weltkrieg zählen.

Besonders das temporäre Haus der Zukunft in Kopenhagen (1929), die Siedlung Bellavista (1931-34) oder das Bellevue Theater in Klampenborg (1934-37) haben Jacobsens Stellung als Architekt des "Internationalen Stils", der 1932 von Henry-Russell Hitchcock und Philip Johnson proklamiert wurde, bekräftigt. Bei diesen Bauten standen Le Corbusier, Mies van der Rohe und die Ideen des Bauhauses Pate. Doch vermochte es Jacobsen, die Formen des internationalen Modernismus zu einer eigenen, die lokalen Traditionen aufnehmenden Formensprache zu verwandeln.

Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Publikation mit 96 S., 171 Abb., davon 103 farbig im Format 21 x 25,5 cm, Broschur, zum Preis von Euro 19,80 im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern. Hg. Louisiana Museum, Humlebæk. Mit einem Vorwort von Zdenek Felix und Texten von Christina Capetillo, Kenneth Frampton, Christoffer Harlang, Peter Thule Kristensen, Eric Messerschmidt, Juhani Pallasmaa, Ken Rivad, Michael Sheridan, Felix Solaguren-Beascoa, Anne-Louise Sommer, Carsten Thau und Kjeld Vindum.

Am Montag, den 2.Juni 2003 findet anlässlich der Ausstellung im Rahmen des Hamburger Architektursommers das Symposium „Arne Jacobsen – Architekt, Designer, Mythos“ in der Freien Akademie der Künste statt. Teilnehmer: Olaf Bartels: Bauhistoriker; Teit Weylandt: Vertreter des Nachfolgebüros Arne Jacobsen (Dissing+Weitling - Kopenhagen); Friedrich Spengelin: Architekt und Zeitzeuge ; Carsten Thau, Kjeld Vindum: Verfasser der Arne-Jacobsen-Monografie "Arne Jacobsen".

Die Ausstellung ist organisiert in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark. Sie wurde in Dänemark unterstützt von DONG, The Kulturbro Foundation, The Centennial Anniversary-Norway 2005 Ltd., Fritz Hansen A/S, Louis Poulsen & Co., The Augustinus Foundation, The Foundation Realdania, PRO HELVETIA, The Arts Council of Switzerland und The Japan Foundation.

Die Deichtorhallen veranstalten die Ausstellung im Rahmen des 4. Hamburger Architektursommers 2003.

Symposium:

Montag, den 2. Juni 2003 findet anlässlich der Ausstellung in den Deichtorhallen das Symposium „Arne Jacobsen – Architekt, Designer, Mythos“ in der Freien Akademie der Künste statt.

Lokaltermin: Arne Jacobsen in Hamburg

Auch in Hamburg gibt es Arne Jacobsen zu entdecken. In den auf je 15 Teilnehmern begrenzten Exkursionen werden folgende sonst öffentlich nicht zugängliche Orte besucht:

Das Verwaltungsgebäude der HEW (1965/68), City Nord:

Das Gebäude und deren Innengestaltung wurde komplett erhalten und stellt damit eines der wenigen noch nahezu authentisch existierenden Werke Jacobsens dar.

Die Termine am Di, 8.7.03 und Fr., 11.7.03, sowie die neuen zusätzlichen Termine am Fr. 8.8.03 und Fr., den 22.8.03 jeweils 15:30 Uhr, waren wenige Tage nach Veröffentlichung und zum Teil vor Ausstellungsbeginn bereits ausgebucht!

Ein zusätzlicher Besichtigungstermin anläßlich der Verlängerung der Arne-Jacobsen-Ausstellung ist freundlicherweise von den HEW gefunden worden:

9. September 2003, 15:30 Uhr

Treffpunkt: Lobby der HEW, Überseering 12, 22286 Hamburg, U1 Sengelmannstraße.

Gymnasium Christianeum (1971), Othmarschen:

Zusammen mit dem dänischen Architekten Otto Weitling plante Arne Jacobsen eines seiner letzten Gebäude. Das altsprachliche Gymnasium besteht seit über 260 Jahren und zog 1971 in die neuen Gebäude von Arne Jacobsen an der Otto-Ernst-Strasse.

Am 17.6.03, 14 Uhr (leider bereits ausgebucht), Treffpunkt: Haupteingang zur Schule, Otto-Ernst-Strasse 34, 22605 Hamburg, S1 Othmarschen.

Zusatztermin: Dienstag, 24. Juni 2003, um 14:00 Uhr

Besuch im Atelier des auf Arne Jacobsen spezialisierten Sitzmöbeldesigners und -restaurators Roberto Baldi: Wollten Sie schon immer mal einen nackten „Schwan“ sehen? Über den Aufbau und die Besonderheit der Möbelklassiker gibt es in dieser Exkursion viel zu erfahren.

Am Samstag, 7.6.2002, um 12.00 Uhr, Treffpunkt: im Atelier, Eichholz 9, 20459 Hamburg, U/S Landungsbrücken. Der Termin ist leider bereits ausgebucht. Wir bemühen uns um einen Zusatztermin - ohne Gewähr.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir um Anmeldung für alle Veranstaltungen in den Deichtorhallen unter Tel. 040-321030, info@deichtorhallen.de

Kinder-, Jugend- und Ferienprogramm:

Zwei Workshops beschäftigen sich mit der Architektur Arne Jacobsens. Die Betrachtung seiner Entwürfe z. B. für das Haus der Zukunft werden die teilnehmenden jungen Architekten animieren, modellhaft die Zukunft des Wohnens zu entwerfen (28.6., 12.7., 15-16:30 h).

Außerdem gibt es Ferienkurse zum Thema Design (8.-10.7. (leider bereits ausgebucht), und 5. - 7. 8. jeweils 14-17 h) sowie dreistündige Einzeltermine (16.+22.7., 14-17 h).

Alle Projekte sind auch jederzeit für Gruppen über den Museumsdienst (Tel. 040/4281310, Fax 040/42824324) buchbar.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir um Anmeldung für alle Ferien-Veranstaltungen in den Deichtorhallen unter Tel. 040-32103-140 oder -250 oder email huebner@deichtorhallen.de

Kurse für Erwachsene ab 16 Jahren zum Architektursommer:

- Was von der Moderne übrig blieb - Gemütlichkeit im Retrostil
Ein praktischer Fotokurs mit Helga Bahmer, Sonnabend, 12.00 bis 14.00 Uhr; Jugendliche ab 16 Jahren, Erwachsene, 31.5., 14.6., 21.6. und 28.6.2003

- Hafencity – Konzepte, Reflexion, eigene Entwürfe
Mit Goesta Diercks, Sonnabend, 12.00 bis 18.00 Uhr, 14.6.2003

Arne Jacobsen Symposium am 2. Juni 2003 in der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Links zu Arne Jacobsen: 

arne-jacobsen.com

Die offizielle Arne-Jacobsen-Website zum 100. Geburtstag des dänischen Designers und Architekten, die die Tätigkeit von Arne Jacobsen vorstellt und illustriert. Die Website ist von Onliners A/S in Zusammenarbeit mit dem Danish Design Centre entwickelt worden.

Fritz Hansen A/S

Die offizielle Website des Produzenten vieler Möbelklassiker wie z.B. "Ameise", "Siebener", „Schwan“ und „Ei“.

stelton.com

Die offizielle Website des Produzenten vieler Designklassiker wie z.B. die „Cylinda-Line“.

louis-poulsen.com

Die offizielle Website des Produzenten vieler Designklassiker wie z.B. die AJ-Lampen.