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Veto - Zeitgenössische Positionen in der deutschen Fotografie

Christoph Girardet & Matthias Müller: contre-jour, 35 mm, Farbe, 11 Min. © Müller/Girardet

Dörte Eißfeldt, Andreas Gefeller, Christoph Girardet & Matthias Müller, Beate Gütschow, Natalie Ital, Jenny Rosemeyer, Hans-Christian Schink, Andrea Sunder-Plassmann

04.09.09 – 15.11.09

Seit der Erfindung im frühen 19. Jahrhundert gilt die Fotografie als Spiegel der Wirklichkeit. Aber nicht erst mit dem Aufkommen der digitalen Bildbearbeitung und ihren Möglichkeiten der Manipulation wurde dieser Anspruch radikal infrage gestellt. Acht künstlerische Positionen jenseits der Wirklichkeitstreue der Fotografie stellt die Ausstellung „VETO – Zeitgenössische Positionen in der deutschen Fotografie“ vom 4. September bis 15. November 2009 im Haus der Photographie in den Deichtorhallen vor.

Die von Ingo Taubhorn kuratierte Schau setzt den Fokus auf Fotografie, die die vielfachen Möglichkeiten einer Reflexion über die Bedingungen des fotografischen Bildes zum Bildthema hat. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler, die sich mit ihren Arbeiten im Kunstkontext verorten, arbeiten teilweise seit über 30 Jahren an ihrem Werk.

Gemeinsam ist den für VETO ausgewählten fotografischen Positionen, dass sie offen angelegt sind, mit multiplen Perspektiven spielen, die den Betrachter zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Medium herausfordern. Digitale Konstruktionen, Bezüge zur Zeichnung, Filmbild oder Malerei sowie die Verbindung neuer und alter Techniken sind künstlerische Strategien, mit denen sich die Fotokünstler gegen die Vorstellungen einer schnell erfassbaren (Medien-)Bilderwelt stellen. Das Bild hat keinen Belegcharakter mehr für das Reale, sondern formuliert seinen Glauben an das Kunstwerk als ästhetisches Objekt mit seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Die in VETO zusammengeführten Künstler loten die Möglichkeiten und Schnittstellen des Mediums Fotografie dabei auf sehr unterschiedliche Weisen aus. Neben der fotografischen Auseinandersetzung mit Zeichen des Realen als Beschreibung einer Wirklichkeit sowie Positionen, die die direkte Kameraaufnahme zur Bildfindung nutzen, zeigt die Ausstellung besonders experimentelle Ansätze, die sich nicht auf die Kameraaufnahme beschränken, so Ingo Taubhorn. Von der digitalen Konstruktion utopischer Welten wie bei Beate Gütschow bis zu den Werken von Natalie Ital und ihren Mitteln der fotografischen Koloristik. Durch die Zusammenschau der unterschiedlichen Werke ergibt sich ein Einblick in die aktuelle künstlerische Fotografie der mittleren Generation in Deutschland. Gleichermaßen kann die Ausstellung, gerade in der Gegenüberstellung unterschiedlicher künstlerischer Ansätze, einen Beitrag zur Wesensbestimmung eines sich im Wandel befindlichen Mediums bieten.

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